Eine schöne Entführung ...

Zu meinem 49. Geburtstag bekam ich von meiner lieben Tochter Darleen, ein ganz besonderes Geschenk. Sie drückte mir zwei Tafeln Schokolade und eine Karte in die Hand, auf der geschrieben stand: 

"Happy Birthday Mama ... du und ich auf Überraschungstrip!"

Dazu erwähnte sie noch den Zeitraum, Abfahrt, Ankunft und Unterkunft ... mehr nicht. Ich war erstmal geplättet und zu Tränen gerührt, denn mit so etwas hatte ich, neben den anderen schönen Geschenken, natürlich überhaupt nicht gerechnet. Also, war ich extrem neugierig, wohin es denn gehen würde, ob wir fahren, laufen oder fliegen und wie das Wetter denn dort wäre? Aber auf all meine Fragen bekam ich keine Antwort!!! Darleen hielt dicht und verriet mir nichts. Nur einen Tag vor der Abreise bekam ich zur Info, dass wir mit meinem Auto fahren und dass ich festes Schuhwerk einpacken sollte. Meine Gedanken kreisten, weiß der Geier wo herum, und ich betete, dass sie uns keinen Wellnessurlaub irgendwo auf so´nem abgelegenen Berg gebucht hatte ... (dazu muss ich aber sagen, sie kennt mich gut genug, um zu wissen, dass Wellness absolut nicht mein Ding ist).

Am Ostersonntag, morgens um 3:30 Uhr war es dann soweit und wir fuhren los, das heißt,  Darleen saß am Steuer (sie ist jetzt 19 Jahre alt), während ich mit verbundenen Augen auf dem Beifahrersitz hockte. Eigentlich war es ja eh stockdunkel draußen, aber sie meinte, ich dürfe die Straßenschilder nicht sehen, also wurde ich vorerst mal blind gemacht. Nach ca. anderthalb Stunden war dann Endstation und ich durfte die Augen öffnen. Der erste Blick war sehr gewöhnungsbedürftig und nach der Frage: "Und Mama, weißt du, wo wir hier sind?" schluckte ich erstmal. Denn um mal kurz zu bemerken, standen wir mitten auf ´nem großen Schotterplatz und um uns herum waren lauter  Busse und Autos. Ja super, ich hatte keinen Plan und fragte: "Zelten wir hier jetzt, oder wo ist das Hotel?" Darleen lachte sich fast schlapp und forderte mich auf, auszusteigen. Ich war einwenig irritiert und mir war ehrlich gesagt, gar nicht so zum Lachen zumute. Aber ok, was sollte ich machen? Ich fragte halt, wie es nun weitergeht, oder ob wir jetzt mit einem der Busse weiterfahren würden? Sie gab mir keine Antwort und öffnete den Kofferraum, kramte ein kleines Reisetäschchen aus ihrer Handtasche und sagte: "So, jetzt packst du erstmal deinen Koffer um, hier ist Überraschung Nr. 1, wir werden fliegen!" Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, ja klar, wir befanden uns in Flughafennähe und dieser Schotterplatz war ein bewachter Parkplatz, damit wir mein Auto beaufsichtigt stehenlassen konnten. Ich kann gar nicht beschreiben, wie es zu dem Zeitpunkt in meinem Inneren aussah. Ich war voller Freude, total überwältigt, ich musste weinen und mir war kotzübel!!! 

Nachdem ich mich dann einigermaßen gefangen hatte, rief sie den Shuttleservice an und wir wurden direkt danach zum Flughafen gefahren. Als wir dann endlich durch alle Kontrollen waren (also ehrlich, einer von unserer Familie muss sich immer nackig machen, damit der Detektor aufhört zu piepen), verriet sie mir, wohin es gehen würde:

"Mama, wir fliegen nach  L O N D O N !!!"

"Heilige Maria, nach London? Das ist nicht dein Ernst, oder?" fragte ich sie. Aber sie entgegnete: "Doch Mama, da fliegen wir jetzt hin und das ist kein Scherz." Ich hab´ sie gedrückt und geknutscht und keine Ahnung, was sonst noch alles. Und ich hab´  ihr gesagt, dass sie der absolute Hammer ist und mir eine riesige Freude damit macht. Und da ja weder mein Männe, noch sonst irgendjemand eingeweiht war, schrieb ich noch schnell eine kurze Whats app an alle, die lautete: "Hey ihr lieben, ich wurde entführt, bin im Flieger auf dem Weg zur Queen!" Dann schaltete ich den Flugmodus ein und es ging los ...

In London angekommen ging es mit dem Bus zu unserem Hotel. Darleen kommt wirklich ganz nach mir, sie ist ein Organisationstalent und für ihr Alter hat sie alles voll im Griff. Sie sagte: "Das hier ist Überraschung Nr. 2" und drückte mir den sogenannten London Pass in die Hand. Damit hatten wir die Möglichkeit in über 200 Attrakionen zu gehen und in den meisten sogar "FAST TRACK" zu bekommen. Und nun hatte sie es wieder geschafft - die Mama hockte in England in ´nem Bus und fing an zu weinen!!! Ja, es ist so gewesen, ich konnte mich wirklich nicht einkriegen und mir kullerten die Tränen wie bekloppt. Darleen freute sich mit mir und wieder drückte und knutschte ich sie ununterbrochen. 

Im Hotel angekommen, wartete dann das versprochene Frühstücksbuffet und wir hauten erstmal ordentlich rein. Schließlich waren wir ja schon seit 3:00 Uhr auf den Beinen und hatten Hunger. Eine Stunde später checkten wir ein und bezogen unser Zimmer. Wir machten uns frisch und dann tuckelten wir los. Ich weiß nicht, wieviele Kilometer wir allein in Bus und U-Bahn gefahren sind (wir hatten die Oyster Card), aber am ersten Tag sind wir fast 14km quer durch London zu Fuß spaziert, haben das volle Programm gemacht und mächtig viel gesehen. Angefangen haben wir unseren tollen Trip am Aussichtsturm The Shard zu deutsch: "Die Scherbe" und sind mit dem Aufzug in sagenhafte 230m Höhe gefahren. Ich mit meiner Höhenangst habe mich sogar bis ganz oben getraut und ich muss sagen, das war absolutely amazing! Ab dem 77. Stock, den man mit dem Fahrstuhl in nur 13 Sekunden erreicht (ich habe versucht währenddessen das Ave Maria im Schnelldurchlauf zu beten), kann man bis zur oberen Plattform über die Treppe hinaufsteigen. Dann steht man praktisch im Freien, da die Glasscheiben, wie spitze Scherben hochragen und das Gebäude nach oben hin offen ist.  

Nachdem wir unzählige Fotos über London geschossen hatten, wollten wir weiter und gingen in Richtung Fahrstuhl, als der Wärter uns fragte: "Have you been at our famous toilette'?'" Ich dachte: "Ähm, ich muss nicht zur Toilette und wenn ich´s bis ganz oben geschafft habe, ohne mir in die Hose zu pinklen, dann werd´ ich das beim Runterfahren wohl auch noch hinkriegen." Aber er ließ keine Ruhe und so wir gingen halt den Schildern nach bis zur Toilette. Und es war, wie wir schon vermuteten - atemberaubend ... ein Klo im 77 Stock und die Schüssel hing da mitten im Glaskasten - ja, wie cool ist das denn bitte? Ha, ha, haaaaaa!!! Der Ausblick war echt der Hammer, aber ob man sich da wirklich unbeobachtet fühlen kann, ist wieder ´ne andere Sache ...

Heiliger Bimbam, da schlotterten mir schon die Knie, da ich ziemlich großen Respekt vor der Höhe habe. Aber die tolle Aussicht aus 230 Metern  konnte ich dann trotzdem genießen. Zum Glück war es nicht so trüb, so dass wir schöne Fotos von da oben machen konnten!

Dann ging unsere Tour weiter zur Tower Bridge. Hier wurden natürlich mindestens 5.000 Fotos geschossen! Man kann in die Brücke hineingehen und dann von oben durch den Glasboden schauen. Die Menschenmassen, die überall Schlange stehen, um eine Attraktion zu besuchen, ist schon enorm. Deshalb ist es wirklich günstig, wenn man den "Fast Track" besitzt!

Hier waren wir am berühmten London Eye. Mit dem Hopp on, hopp off Bus kann man alle Sehenswürdigkeiten anfahren, dann aussteigen, bestaunen und gegebenenfalls bildlich festhalten, danach wieder einsteigen und mit dem nächsten Bus weiterfahren ... das haben wir nur ´ne halbe Stunde durchgehalten, danach sind wir lieber wieder gelaufen. Oder man fährt mit dem Thames City Cruiser alle nahe gelegenen Attraktionen bequem per Boot an und schippert dabei eine gute Stunde auf der Themse herum. Wir hatten zwar auch die Tickets geholt, sind dann aber aufgrund des schechten Wetters doch nicht mitgefahren. Stattdessen haben wir uns die Hacken abgerannt, um den berühmten Big Ben zu finden. Wir wollten das Wahrzeichen Londons sehen und suchten danach wie verrückt. Also, ich dachte schon, wir wären total bescheuert, denn obwohl er auf jeder Karte zu sehen war, haben wir ihn nicht gefunden. Also, das gibt´s doch nicht, ein dreiundneunzig Meter hoher Turm mit ´ner fetten runden Uhr drauf und wir haben den einfach nicht entdeckt und das hat bestimmt nix damit zu tun, das wir blond sind!!! Und neee, das hatte es auch nicht, denn der große Ben war hinter einem riesigen Gerüst versteckt und da hatte meine Tochter wohl die ganze Zeit Recht gehabt. Sie war sich nämlich sicher, dass er dahinter steckte. Ich dagegen hatte das nicht geglaubt und so sind wir die vielen Runden im strömenden Regen ganz umsonst umher gelaufen ... 

Der Eingang zur Westminster Abbey. Eine sagenhafte Abtei, riesengroß und voller Schätze. Sie liegt westlich vom Palace of Westminster und hier werden alle englichen Könige bzw. Monarchen gekrönt und beigesetzt. Leider, wie in so vielen Kirchen, dürfen im Inneren keine Fotos geschossen werden. Die Tour war aber sehr interessant, wir wurden mit Wegweiser, Headset und Display ausgestattet, so dass wir auf eigene Faust die über 20 Stationen durchgehen konnten. Wer so ein Geschichtsfreak ist wie ich, der sollte auf jeden Fall die Westminster Abbey besuchen! Das einzige, was mich draußen vor dem Einlass etwas genervt hat, war dieses ständige Gebimmel der Kirchenglocken. Das hörte einfach nicht auf. Wir haben uns dann gefragt, ob die Tag und Nacht bimmeln oder nur am Tage? Puh, das war schon heftig ... bimbam ... bimbam ... bimbambimbambimbambimbam ...

Hier waren wir am Tower of London. Das Anwesen ist ziemlich groß und auf ihm stehen mehrere Gebäude. Hier kann man unter anderem auch die Kronjuwelen der Monarchen bestaunen, aber das haben wir nicht. Stattdessen habe ich dieser komischen Schießbudenfigur etwas Gesellschaft geleistet. Der hat wirklich keine Miene verzogen. Das einzige, was der getan hat, war hin- und wieder seine Flinte richten, sonst nix. Irgendwie tat er mir ja leid, aber vielleicht verdient er gutes Geld in diesem Job. Ich mein´ die stehen da Tag für Tag in so einer kleinen Kiste und werden von allen Touristen begafft. Im Zoo schmeisst man ja weinigstens noch ein paar Erdnüsse oder Bananen in die Käfige, aber die hier, die bekommen ja nix ... nicht mal ein Trinkgeld. Na, zum Glück stand er wenigstens im Trockenen und war nicht so klitschnass vom Regen, wie wir!

Und weiter ging´s zur Aussichtsplattform "The Monument", eine 61 Meter hohe Säule, die errichtet wurde, nachdem 1666 ein großes Feuer, in der 61 Meter entfernt gelegenen Bäckerei in der Pudding Lane entfachte. Der Brand war so schrecklich, dass er in vier Tagen ganze vier Fünftel der Londoner City zerstörte. Jeder Besucher kann die Aussichtsplattform nur zu Fuß über 311 Stufen erreichen und erhält beim Herunterkommen ein Zertifikat, dass er es bis ganz oben geschafft hat. Wir bekamen einen leichten Drehwurm, da die Wendeltreppe sehr schmal ist und wir ziemlich schnell hochgekrakselt sind. Auf der Plattform befindet sich eine riesengroße vergoldete Ume, in der Reliefs und Inschriften an die schlimme Brandkatastrophe erinnern sollen. Die Säule wurde nach 6 Suizidfällen obenherum durch eine Art Käfig verschlossen, der aber keineswegs die Aussicht verschlechtert. 

Wer so viele Kilometer zu Fuß zurücklegt und dabei tausende von Kalorien verbrennt, der hat auch was zu essen verdient. Na, jedenfalls dachten wir uns das so und deshalb sind wir in eines der angesagtesten Fish and Chips Restaurants gegangen. Der Laden war wirklich mega cool, tolles Ambiente, nette Bedienungen und jaaaaaa, es gab ganz frischen Fisch!!! Leider war das POPPIES rappelvoll und wir mussten warten, bis ein Tisch frei wurde, denn wir hatten echt keine Lust auf "fish to go". Nach knapp 1 Stunde konnten wir uns setzen und der Kellner brachte uns die Speisekarte. Bis dahin war alles eigentlich perfekt, wir hatten Spaß und waren froh, endlich mal sitzen zu können. Soooo, dann wollte der nette Kellner unsere Bestellung aufnehmen und jetzt wird´s lustig - dennnnnnn, ich muss grad wieder voll ablachen, wenn ich nur daran denke. Aber ok, ich versuch´s einfach mal zu beschreiben:

Der Kellner brachte uns vorab die Getränke und fragte dann, was wir essen wollen. Wir entschieden uns für die Mediumversion Cod and Chips und er schrieb es auf. Bevor er aber ging, stellte er mir eine Frage, die ich einfach nicht verstand. Nicht, weil ich nicht der Sprache mächtig bin, sondern weil der Geräuschpegel so hoch war, die Musik ziemlich laut und ich ihn akkustisch nicht verstanden habe. Jedenfalls fragte er mich erneut und ich entgegnete ihm: "Pardon?" Er so: "Do you  want blablabla.....?" Und ich verstand es wieder nicht. Dann zeigte er auf den Tisch und meinte: "Look, do you wanna try that? It´s natural." Ich dachte so : "Was meint der eigentlich?" und hatte achthunderttausend Fragezeichen im Kopf. Dann fragte ich ihn: "WHAAAAAT?" Darleen lachte sich schon den Ast ab und wollte mir eigentlich behilflich sein, aber ich checkte natürlich nicht, um was es ging. Dann sagte er: "You can try it, if you want!" Und ich dann so (ohne irgendeinen Plan zu haben, wovon er überhaupt redet, weil´s mir zu peinlich war, nochmal nachzufragen): "Is it good?" Er darauf: "Yes, I like it, you can taste, it´s natural." Boah, dachte ich mir so, soll er doch einfach bringen, ist bestimmt ´n Dip für den Fisch und sagte: "O yes, i will taste it!" Damit war der Kellner erstmal zufrieden und ich hatte meine Ruhe. Als er dann ging, um unsere Bestellung aufzugeben fragte mich meine Tochter so: "Ey Mama, warum bestellst du pürierte Erbsen? Ist ja ekelig!" Und ich ganz cool: "Wat für Erbsen? Der bringt mir bestimmt ´n Avocado-Dip oder so was für meinen Fisch."  Da fing sie laut zu lachen an und meinte: "Mama, der hat die ganze Zeit auf die Karte gezeigt und da steht: "Taste our MUSHY PEAS 100% natural!!!!!" Ich konnte mich gar nicht mehr einkriegen, so musste ich lachen: "Ach, du kacke, pürierte Erbsen, das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich dachte, er bringt mir einen Dip." Egal, unsere Bestellung wurde kurz darauf serviert. Die Teller mit dem frischen Fisch und den sauleckeren Chips sahen gut aus, vor allem fand ich die Idee mit den abgefüllten Dips so niedlich. Bis dann der Teller mit den MUSHY PEAS kam!!! Nicht zu fassen, ich hatte ´n erbsensuppenähnliches Gemansche da stehen, das sah nicht nur farblich ziemlich uninteressant aus, sondern es schmeckte auch noch so. Vor allem hatte ich mich im Laden ungeschaut und niemand außer mir, hatte so´ne bescheuerte Erbsensuppe auf´m Tisch stehen - HA, HA, HA! Damit man mir meine Enttäuschung aber nicht anmerkte, habe ich so getan, als wären das die geilsten Erbsen ever und so hab´ ich´s dann auch meiner Tochter vorgegaukelt. Als sie mich fragte, wie  die schmecken, antwortete ich ihr: "Darleen, auch wenn du keine Erbsen magst, diese hier musst du einfach probieren. Die sind der Burner!" Dabei musste ich mir ja so das Lachen verkneifen, weil ich unbedingt wollte, dass sie davon kostet. Inzwischen war das ekelige Gemansche ja schon kalt und eher grau als grün, aber meine Tochter ließ sich tatsächlich in die Irre führen und wagte eine Gabel davon. Und dann habe ich genüßlich auf ihren Gesichtsausdruck gewartet und der war wirklich göttlich! Sie verzog so dermaßen ihre Schnute und sagte: "Bah, ist das widerlich." Und ich meinte: "Ja, ekelig, da hast du recht. Und vor allem schmecken die nach nix, da ist kein Salz dran und gar nix. Die sind halt 100% natural! Das sind einfach, mit einer Gabel, zermanschte Erbsen und fertig!"

 So hatten wir beide unseren Spaß und irgendwie war ich fast dankbar, dass ich den Kellner nicht verstanden habe und wir uns so köstlich darüber amüsieren konnten. Der Spaß hat uns dann umgerechnet etwas über 40 Euro gekostet, fand ich allerdings zu happig. In Barcelona esse ich davon ´ne ganze Fischplatte für 4 Personen im Hafenlokal. Aber gut, andere Länder andere Preise und vor allem andere Sitten!!! Wir waren jedenfalls mit dem Fisch sehr zufrieden und ich kann das Essen im Poppies wirklich sehr empfehlen (außer vielleicht die Mushy Peas) ... 

Manchmal glaube ich ja, dass nur mir so bekloppte Geschichten passieren, denn in dieser typisch englischen Telefonzelle hatte ich auch ganz schön meinen Spaß! Wir wollten nämlich einfach nur ein Foto schießen und da immer wieder Passanten ins Bild gelaufen sind, hat das ganze etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Uns hat das nicht wirklich gestört und wir haben es mit Humor genommen. Jedenfalls waren wir so in Action und bemerkten dabei nicht, dass wir Hintergrundkomparsen in einem Bollywoodstreifen waren!!! Auf dem Platz vor uns standen ziemlich viele Leute und es sah so aus, als würde dort tatsächlich ein Film oder so was gedreht werden. Aber wir haben uns nicht weiter drum gekümmert, da wir ja mit unserem eigenen Shooting schwer beschäftigt waren. So kam es dann, dass plötzlich jemand auf mich zukam und sagte: "Excuse me, can you do your stupid things later? We want to finish our last movie scene." Ey, ohne Witz, das konnte doch jetzt echt nicht wahr sein, oder? Ich hab´ mich schon wieder kaputtlachen müssen und sagte nur: "Okay, we´ll go now." Dann ging der Mann zum Set, die Schauspieler sagten ihren Text, die Kameraleute filmten, danach fiel die Klappe, alle haben geklatscht und das Ding war im Kasten! Diesmal dann aber ohne MICH!!!

Diese tollen englischen Busse fahren überall in der Stadt herum. Es ist wirklich ein Spaß darin mitzufahren, allerdings nur bis ca. 18 Uhr, dann wird man höflich gebeten, auszusteigen!

Die vielen netten Pubs laden wirklich zum Feiern ein und den Spruch auf der Tafel musste ich einfach fotografieren. 

Gegen Abend, als es anfing zu dämmern verriet mir meine Tochter Überraschung Nr. 3! Sie hatte für uns die "Jack the Ripper Tour" gebucht und deshalb mussten wir pünktlich um 19 Uhr im Londoner East End sein. Ich war schon wieder überwältigt und freute mich total darauf. Treffpunkt war an der U-Bahnstation Tower Hill. Hier erwartete uns Paul, der Tourgiude. Gemeinsam mit ca. 15 Leuten machten wir uns auf die Spuren des Serienkillers, der 1888 im Londoner Armenviertel Whitechapel sein Unwesen trieb. Da er nie gefasst wurde, gibt es seither viele Spekulationen, ob er wirklich diese schlimmen Morde begangen hat. Paul brachte uns zu den Schauplätzen und erzählte auf sehr interessante Weise seine Version des Jack the Rippers. Dabei zeigte er uns Kopien der Originalfotos von früher. Die Tour machte sehr viel Spaß und Paul hatte es echt gut drauf. Das ganze fand natürlich auf englisch statt, denn in deutscher Sprache wäre das niemals so gut rübergekommen. Durch die dunklen Gassen zu laufen und dabei mit den bestialischen Morden der fünf Prostituierten konfrontiert zu werden, war schön schaurig. Diese Tour muss man erleben!

Viele solcher Briefe gingen damals bei der Polizei ein, aber der erste Brief, der durch die Zeitung veröffentlicht wurde, trug die Unterschrift  "Jack the Ripper" und löste den absoluten Hype aus. Ob er tatsächlich selbst an die Polizei schrieb, oder ein Jourmalist einen Brief mit Jack the Ripper unterzeichnete, ist bis heute unklar.

Dies ist eine der berühmten Straßen, in der Jack the Ripper seine blutigen Morde verübte. 1888 waren in diesen Gässchen überwiegend die Armen und Prostituierten unterwegs. Da sie nachts nicht auf den Straßen schlafen durften, mussten sie sich entweder ein paar Pennies für Sammelschlafplätze verdienen oder haben sich für etwas Geld in den Kneipen volllaufen lassen. Heute ist das Whitechapel eines der teuersten Stadtteile Londons und dient oft als Drehort für große Kinofilme.

Das ist die sogenannte "Prostituierten-Kirche" Aldgate Church. Sie liegt mitten im Whitechapel und sieht noch aus wie damals. Hier trafen sich die Prostituierten, um ihre Kundschaft heranzuholen. Auch im Café Ten Bells trafen sich die Prostituierten zum Trinken und man behauptet, das Jack the Ripper dort zu Gast war. 

Und hier sind wir am Gleis 9 3/4 bei Harry Potter. Dieses Foto so hinzubekommen, war ein echtes Kunststück. Denn da in London wirklich mit allem, aber auch mit allem, Geld gemacht wird, so ist es natürlich auch hier. Als wir dort ankamen, dachten wir, unseren Augen nicht zu trauen. Diese Wand ist doch tatsächlich abgesperrt, mit Fotografen und Requisiten ausgestattet. Das heißt, man kann sich in die Endlosschlange stellen, Brille und Schal aufsetzen, um zehn Stunden später dann mit diesem Karren an der Wand, gegen Bezahlung, abgelichtet zu werden. Selbst der Harry Potter Fan Shop war mit Security abgeschirmt und man musste auch dafür ewig lang anstehen. Also, das war dann definitiv gar nix für mich. Ich war froh, als ich dieses Foto (ohne eine Harry Potter Nachahmung) im Kasten hatte. 

Das ist die St. Paul´s Cathedral im Stadtteil City of London. Sie ist eine der größten Bischhofskirchen und wurde nach dem schweren Brand 1666 im klassizistischem Barrockstil wiederaufgebaut. Ehrlich gesagt, fand ich die gar nicht beeindruckend und eher unspektakulär.

Der berühmte Piccadilly Circus befindet sich im Londoner West End und wurde im Jahre 1819 fertiggestellt. Der öffentliche Platz ist ein wichtiger Punkt in London und verbindet die Shaftesbury Avenue, den Hayet Market, Conventry Street und die Lower Regent Street miteinander. Auch die Oxford Street ist in der Nähe, in der man gut shoppen kann. 

Diese aufmerksamen Straßenkennzeichnungen sind wirklich sehr hilfreich, wenn man´s nicht so mit dem Linksverkehr hat. Uns hat es jedenfalls mehrfach quasi das Leben gerettet - Ha!

Hier dachte ich noch, wir würden nun zurück nach Deutschland fliegen, aber weit gefehtl! Darleen hatte ihre letzte große Überraschung parat und mich dabei ganz schön an der Nase herumgeführt. Am Gate durfte ich nicht die Tafeln lesen und im Flieger wurden mir Kopfhörer aufgesetzt. Ich hatte keine Ahnung, wo wir hinfliegen und als wir nach einer guten Stunde landeten, war ich plötzlich in ...

SCHOTTLAND ... YEAHHHH!!! 

Da stand ich nun in Edinburgh, mitten auf der Waverley Bridge und konnte es nicht fassen ... Im Hintergrund sieht man die Waverley Mall und Waverley Station!

Edinburgh steht voller alter Schlösser und Türme. Dieser hier steht in Princess Street Gardens, ein sehr schöner Park zum Spazierengehen. Allerdings waren hier nur 2 Grad und es hat immer wieder geregnet und geschneit.

The Royal Mile hat nicht nur schöne Geschäfte zu bieten, sondern auch schnieke Dudelsackspieler. Ja, er konnte echt gut auf seinem Sack dudeln, das muss ich schon sagen. Und NEIN, ich habe nicht unter den Rock geschaut ... neeee, so was mach´ ich nicht!

Was für eine Kirche, oder? Im Hintergrund sieht man einen Teil des Edinburgh Castle, das oben auf dem Berg liegt. Innen kann man das Museum besichtigen 

Diese Stufen führen in die Royal Mile, in der sich tolle Geschäfte, Pubs und Restaurants befinden. Schade, dass das Wetter zu dieser Jahreszeit, überwiegend nasskalt ist. Trotzdem  haben wir einen zwei Kilometermarsch durch strömenden Regen gemacht, um uns in einem auf retrogestylten Süßigkeitenlädchen echte Scotish Rocks zu kaufen. Denn die muss man unbedingt probieren, wenn man dort ist!

Finger weg ... aber manchmal muss man einfach was Verbotenes tun! Wir haben uns dabei so amüsiert, als meine Tochter immer wieder auf´s Neue, die Harry Potter Zauberstäbe angefasst hat!

Hut ab vor meiner kleinen, großen Darleen - Thank you sooooooooo much, it was such an amazing trip!!! 

Und wo geht´s das nächste Mal hin? Gern lass´ ich mich nochmal überraschen ... :-)