Über mich ...


In jungen Jahren entwickelte ich eine große Leidenschaft zum Kochen und Backen. Zwanzig Jahre war ich als selbstständige Gastronomin im Ausland tätig und zur Zeit bin ich in Deutschland, als Serviceleitung und Küchenchefin, in einem Unternehmen, angestellt. Neben meinem Beruf führe ich einen Großhaushalt und verbringe auch privat, viel Zeit in der Küche. 

Ich bin ein Organisationstalent, immer auf der Suche nach einer spannenden Herausforderung und neige zum Perfektionismus. Die Bezeichnung "Workaholic" paßt hervorragend zu mir, denn ich bin definitiv alles andere, als ein Couch Potatoe. Dinge, wie Maniküre, Wellness, Entspannungsbäder oder Meditation empfinde ich als absolute Höchststrafe. Bewegung dagegen liebe ich über alles, vor allem das Cycling. Ich reise für mein Leben gern, spreche fließend drei Sprachen (die vierte verstehe ich, mag sie aber nicht gern reden). 
Ich liebe die Natur, bin leidenschaftliche Amateurfotografin und habe eine Schwäche für Museen, alte Burgen und Schlösser (was auf dem Foto meiner Startseite unschwer zu erkennen ist). 

Ich bin stolze Mutter dreier Kiddies und liebe meine Familie über alles!!!

Gutes Essen ist für mich eine Notwendigkeit, deshalb koche und backe ich täglich frisch, selbt wenn die Zeit im Alltag knapp begrenzt ist. Dabei lege ich sehr viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Ich bevorzuge vegetarische Kost und kann auf Fleisch sehr wohl verzichten, dennoch bin ich keine Vegetarierin. Frisches Brot, Gemüse, Obst und Salat stehen bei mir ganz oben in der Ernährungspyramide. Ich bin eine absolute Slow Food Fanatikerin und esse Fast Food eigentlich nur, wenn es aus eigener Produktion stammt. Da ich eine starke Neigung zu süßen Leckereien habe, gehört die Schokolade eindeutig, zu den "must haves" in meinem Leben. Sie dient mir als Nervennahrung und bringt mich immer wieder dazu, viele Glückshormone auszuschütten. Selbst mein Team sagt immer: "Bringt der Chefin Schokolade, dann ist sie ruhig und nervt uns nicht!"
Irgendwie muss da also tatsächlich etwas Wahres dran sein ...

Meine Berufung und meine Auswanderung ...

Geboren wurde ich am 05.03.1969 in der Kleinstadt Oelde, irgendwo zwischen Ruhrpott und dem Münsterland. Aufgewachsen bin ich zusammen mit meinem Bruder bei meinen Eltern, in einem nahegelegenen Kuhkaff, namens Sünninghausen. Ursprünglich bin ich also ein richtiges Landei!

Mein Talent für´s Backen entdeckte ich im Alter von vierzehn Jahren, als ich mein erstes Praktikum in einer namenhaften Konditorei absolvieren durfte. Für mehrere Wochen konnte ich dem Meister persönlich über die Schulter schauen und lernte viele Tricks und Kniffe aus dem Konditorenhandwerk, die ich später für meine privaten und beruflichen Zwecke nutzte. Ok, dass ich damals das ganze Kühlhaus mit geschlagener Sahne vollgesaut, dabei den Schalter der Maschine verkehrt herumgedreht und während der Weihnachstsplätzchen-Saison das Printenfliesband auf Turbogang gestellt habe, erwähne ich hier mal besser nicht ...

Mit sechzehn Jahren besuchte ich die "Pudding Akademie" und lernte alle Basics über Kochen, Backen und Textilien. Mit achzehn begann ich eine Ausbidung zur Schneiderin und wechselte danach in die Änderungsschneiderei über. Obwohl ich sehr gern nähte und meine kompletten Outfits selbst disignte, schmiß ich den Job nach einem Jahr hin.

Mein wriklich großes Interesse galt dem Kochen. Deshalb schloß ich mit zwanzig Jahren, erfolgreich, eine verkürzte Ausbildung in der Großküche ab. Direkt im Anschluß erhielt ich eine Anstellung als Köchin im fünf Sterne-Queens-Hotel in Hamm. Hier arbeitete ich mit dreizehn jungen Köchen im Team, bis ich im darauffolgenden Jahr  wieder andere Pläne schmiedete. Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und so traf ich mit dreiundzwanzig Jahren, eine wichtige Entscheidung ...

Goodbye Deutschland ...

Ich war neugierig auf andere Länder und deren kulinarischen Spezialitäten, interessierte mich sehr für Fremdsprachen und wollte vor allem etwas aufregendes erleben. So kam es, dass ich eines Tages meine sieben Sachen packte und mich einfach allein auf den Weg machte. Schwer beladen, mit drei Koffern in der Hand und einer Decke unterm Arm, reiste ich gen Süden und ließ Familie und Freunde zurück.

Total von mir überzeugt zog ich los und sagte: "Hasta la vista, ihr lieben, ich bin dann ma´ weg!" Ohne Handy und Internet versteht sich, denn diesen Luxus kannte man damals noch nicht. Meine Eltern unterstützten mich voll und ganz dabei. Natürlich fiel es ihnen nicht leicht, mich einfach ziehen zu lassen, aber sie schätzten meinen Mut, meine Entschlossenheit und legten mir keine Steine in den Weg. Mein Vater sagte immer zu meiner Mutter: "Brauchst dir keine Sorgen machen, die Große macht dat schon!" Schließlich kannten mich meine Eltern gut genug, und wußten, dass sie mich sowieso nicht hätten aufhalten können, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass meine Mama damals tausend Tode gestorben ist. Schließlich macht man sich als Mutter  immer Sorgen um seine Kinder, egal wie alt sie sind!!! (Das ist mir aber erst bewußt, seitdem ich selbst Mutter bin).

Olé, olé, olé ...

Mich zog es also nach Spanien, um etwas genauer zu sein, steuerte ich direkt auf Barcelona zu. In einem katalanischen Touristenort, namens Calella, fand ich zunächst Unterschlupf in einer WG, in der ich mit vier weiteren jungen Leuten lebte. Die Bude war ziemlich gewöhnungsbedürftig, da die Wände ordentlich mit Schimmel befallen und die Raumausstattung von Anno-dazumal war. Aber es war der einfachste Weg, um vorerst kostengünstig irgendwo unterzukommen. Zwei oder drei Wochen später siedelte ich dann in eine andere WG um. Diesmal war es ein komplettes Haus, mitten in der City, das ich mir mit einem Dänen teilte. Es hatte eine riesige Sonnenterrasse und war nur fünf Gehminuten vom Strand entfernt. 

Während meiner ersten Saison in Spanien hatte ich vier Jobs. Zuerst arbeitete ich als Barkeeperin in einer Disco, dann als Promoterin, machte Bustouren durch Barcelona als Reiseleiterin und war Angestellte in einem Hotel.

Kurz vor Beginn der zweiten Saison bezog ich meine erste eigene Wohnung. Sie lag sehr zentral, direkt neben dem Krankenhaus, und hatte einen schönen, großen Balkon. Ich war stolz wie Oscar, als ich dort einziehen konnte. Mein Bekanntenkreis war mittlerweile ziemlich herangewachsen und so kam es, dass ich ein Angebot von zwei deutschen Auswanderern erhielt, die sich bereits vor acht Jahren, in der Gastronomie, selbstständig gemacht hatten. Sie suchten dringend eine junge Mitarbeiterin, die spanisch, deutsch und englisch sprach. Da waren sie bei mir natürlich an der richtigen Adresse und ich nahm ihr Angebot an. Im ersten Jahr erhielt ich einen Saisonvertrag, im zweiten Jahr wurde ich Geschäftsführerin und danach nahm das Schicksal seinen Lauf. Denn nur so ist zu erklären, dass ich in Barcelona zur selbstständigen Gastronomin wurde und komischerweise, mit einem feschen Pfälzer, eine Großfamilie gründete.

Nach meinem vierten Jahr in Spanien wurde ich dann zum ersten Mal schwanger und wir entschieden, zusammenzuziehen. Noch vor Beginn der kommenden Saison, wurde eine Penthousewohnung, mit riesiger Dachterrasse und Meerblick, unser neues Zuhause. Wenn es die Zeit erlaubte, genoß ich die Sonne, die restliche Zeit stand ich mit dickem Bauch und Wasser in den Beinen, bei vierzig Grad, bis zum letzten Tag im Geschäft. Genau am geplanten Geburtstermin, mitten in der Hochsaison, eilte ich abends ins Krankenhaus, als die Wehen im zwei Minuten-Takt einsetzten. Einige Stunden zuvor hatte ich aber noch tierischen Hunger auf ein fettes Schnitzel mit Pommes, das ich dann auch auf unserer Terrasse genüßlich verdrückte (meine Hebamme sagte mir nämlich, dass sich so eine Geburt bis zu 24 Stunden hinziehen kann). Und bevor ich dabei verhungere, haute ich lieber nochmal ordentlich rein!

Um 23:15 Ortszeit, brachte ich dann schließlich unsere süße Tochter zur Welt. Alles war perfekt und ich konnte es kaum glauben, dass ich nun Mama war. In den ersten Monaten zog ich mich ein wenig aus dem Business zurück und kam nur sporalisch ins Geschäft. Meine Hauptaufgabe sah ich zu Hause und spezialisierte mich auf Babybrei und Co KG. Nach der Winterpause wollte ich dann wieder voll geschäftstüchtig sein, bis mir jedoch im Frühjahr, ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde. Ohnmachtsanfälle und starkes Erbrechen ließen es mich ja schon erahnen, bis der Ultraschall es dann bestätigte und ganz deutlich zeigte. Da war nicht nur ein kleines Pünktchen auf dem Bildschirm zu sehen, sondern sogar zwei!!!

Ich war also erneut schwanger und dieses Mal mit Zwillingen. Eigentlich überraschte es mich nicht all zu sehr, denn ich stamme selbst aus einer Familie, in der es viele Zwillinge gibt. Bereits mein Vater hatte eine Zwillingsschwester. Dennoch wußte ich damals nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Allein die Vorstellung, drei Kids, das Lokal und unseren Schäferhund zu versorgen, beunruhigte mich schon ein wenig. Zum Saisonstart stand ich noch einige Wochen im Geschäft, bis sich die Schwangerschaft leider als sehr risikoreich entpuppte und ich für lange Zeit ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Während ich dreimal mit dem Rettungswagen und Blaulicht, von einer Mehrlingsstation in Barcelona, zur nächsten gebracht wurde, kümmerte sich mein Männe, mit Unterstützung, von Freunden und Familie, um unsere kleine Tochter und führte die Geschäfte. Ich war sozusagen außer Gefecht gesetzt, wurde an Maschinen verkabelt und hütete das Krankenbett. Man verabreichte mir täglich dreizehn Tabletten, inklusive Valium, um die ständigen Wehen zu unterdrücken und die Geburt hinauszuzögern. Dieser Zustand dauerte fünf lange Monate an, bis es an Weihnachten, kein Halten mehr gab. Zwischen Krankenbett und Kreißsaal hielt ich es nicht mehr länger aus und brachte um 00:22 und 00:25 (ohne jegliche Hilfsmittel und vollem Verstand) zwei kleine, hübsche Jungs auf die Welt. 

Von nun an machte mein Leben eine riesengroße Wende und alles veränderte sich schlagartig. Schließlich war ich nun dreifach Mama und das bedeutete: umdenken, umstrukturieren, umorganisieren. Die ersten Jahre waren definitiv eine sehr große Herausforderung und ich stieß so manches Mal an meine Grenzen. Dennoch schaffte ich es immer wieder, die Dinge unter einen Hut zu bringen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich wirklich sehr organisiert arbeite, stets den Überblick behalte und extrem belastbar bin. 

So vergingen die Jahre, unsere Kinder wurden von Tag zu Tag selbstständiger und ich kehrte im Laufe der Zeit wieder voll und ganz ins Business zurück. Zwischenzeitlich eröffneten wir ein neues Geschäft und ich spezialisierte mich, neben dem Kochen, ganz besonders auf die Patisserie und unsere Kundschaft konnte von nun an auch Kuchen, Torten und Weihnachtsgebäck bei uns ordern, bis ich irgendwann auf die Idee kam, deutsches Brot in Spanien herzustellen. Wahrscheinlich lag es wirklich daran, dass ich es selbst so sehr vermißte! Es gab zwar einige wenige Bäckereien, in denen man "Pan Aleman" kaufen konnte, aber die erinnerten nicht wirklich an das, was ich von Deutschland kannte. So kam es schließlich, dass ich anfing, meine Brote selbst zu backen. Das gestaltete sich oft etwas schwierig, da man nicht einmal frische Hefe in allen Supermärkten kaufen konnte ... von den Mehsorten mal ganz zu schweigen. Aber ich ließ mich nicht von meiner Idee abbringen und begann herumzuexperimentieren (bin ja keine gelernte Bäckerin). Ich habe Sauerteige gezüchtet und einfach drauf losgebacken. Anfangs nur für den privaten Gebrauch und später dann auch im Geschäft. Ich erprobte immer wieder neue Rezepturen und vermerkte sie auf unzähligen, kleinen Zetteln, die sich in den Jahren ganz schön ansammelten.

Im Geschäft arbeiteten wir bis zu achtzehn Stunden am Tag, organisierten Events für Einheimische und Urlauber und lernten dabei unzählig viele Leute kennen. Natürlich war das kein Honigschlecken und oft sehr anstrengend, aber es machte mega viel Spaß und ich würde es jederzeit wieder tun! 

Vor knapp vier Jahren überlegten wir dann gemeinsam mit unseren Kids, wie ihre und unsere Zukunft aussehen soll. Wir diskutierten und trafen letztendlich einen ganz entscheidenden Entschluß, den ich mir eigentlich zuvor niiiiiiiiiieeeeeee hätte vorstellen können. Wir packten unsere Koffer und insgesamt 84 Umzugskisten, um einen neuen Lebensabschnitt zu wagen!

Hello Germany ...

Mit dem Blick in die Zukunft und den Fokus auf unsere Kiddies gerichtet, verließen wir unsere geliebte Heimat und zielten geradewegs auf "Good old Germany" zu. Angekommen, irgendwo im Pfälzer Wald, lebten wir uns langsam ein und stellten fest, dass wir alles richtig gemacht haben. Obwohl es uns hier sehr gut geht, haben wir manchmal großes Heimweh (vor allem unseren Kiddies fehlt die alte Heimat, ihr Geburtsland und ihre besten Freunde). Deshalb haben wir zu Spanien eine ganz feste Bindung behalten und nie den Kontakt zu unseren Freunden abgebrochen. Wir besuchen die alte Heimat so oft wir können und bei jedem Aufenthalt empfinden wir so, als hätten wir sie nie verlassen. Schließlich ist es das Geburtsland unserer Kinder, indem sie viersprachig aufwuchsen, in Kindergarten und Schule gingen und in dem die Menschen leben, die wir so sehr mögen und vermissen. 

Aber da uns die Zukunft unserer drei Sprößlinge wirklich sehr am Herzen liegt, und wir ihnen nur das beste wünschen, haben wir diesen großen Schritt unternommen. Nun sind sie an der Reihe, daraus das Richtige, für ihr späteres Leben, zu machen. Und wenn sie dann irgendwann einmal ihre eigenen Wege gehen, ist es wohl vorauszusehen, dass ich auch noch einmal das große Abenteuer und eine neue Herausforderung suche. Vielleicht mache ich´s dann sogar wie beim ersten Mal, und zwar mit drei Koffern in der Hand und einer Decke unterm Arm ... wer weiß???

Bis dahin und viele, liebe Grüße!

Bella