Krosse Baguettestangen

20.01.2022
Hin und weg von meinem Parisurlaub, habe ich seit Tagen, richtig große Lust auf frischgebackene, krosse, resche, knusprige, dahinschmelzende Baguettestangen ... Und weil es die hier, in so einer Qualität, nirgends zu kaufen gibt, habe ich sie mal wieder ganz einfach selbst gebacken :-). Das ist auch überhaupt nicht schwierig, denn so ein Baguette, muss gar nicht großartig bearbeitet werden. Das einzige, was wirklich, bei der Zubereitung zählt, ist ist die Zeit!!! Ich persönlich, bevorzuge ja stets Brotteige, mit einer langer Teigführung, da diese ein besseres Aroma entfalten und zudem auch länger frisch bleiben. Ein Hefeteig, der mit einem großem Hefeanteil und kurzer Garzeit gebacken wird, kann schneller "austrocknen" und weniger Geschmack beinhalten. Natürlich gibt es Rezepte, bei denen ich auch mal die schnelle Variante verwende, aber wenn es zeitlich möglich ist, bevorzuge ich eben lieber das Schneckentempo!!! Schließlich bedeutet langsam ja nicht, daß es mehr Arbeit  verursacht, oder? Wenn man nämlich von einer langer Teigführung spricht, dann bezieht sich das lediglich auf die Ruhephasen, in denen der Teig, einfach nur in seiner Schüssel, vor sich "hinschlummert". 
In diesem Part übernehmen ja bereits die kleinen Helfer, nämlich die Hefen und Bakterien, die eigentliche Arbeit. Sie sorgen dafür, dass der Teig ordentlich auf Trab gehalten wird, Gase entstehen und er sein mild säuerliches Aroma entwickelt!!! 

Dein aktiver Arbeitseinsatz beginnt ja mit dem Zusammenführen der Zutaten und dann  wieder, wenn es daran geht, die Dinger in Form zu bringen. Und glaub mir, selbst das ist kein Hexenwerk! Ich denke immer, der Wille zählt, an die Sache ranzugehen und sich einfach mal zu trauen, selbst wenn man das noch nie gemacht und keinerlei Erfahrung hat. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wie das Ergebnis am Ende aussieht, ist  doch eher zweitrangig und daran kann man immer wieder arbeiten. Schließlich ist ja noch kein Meister von Himmel gefallen und wer übt, der schafft das auch. Ich habe schon so vielen Menschen das Brotbacken beigebracht und jeder einzelne ist glücklich darüber, daß er sich darauf eingelassen hat!!! Manchmal muss man halt einfach, den inneren Schweinehund besiegen und das tun, wovon man vielleicht denkt, dass man es nicht kann. Meistens stellt sich danach heraus, dass es ja wirklich ganz easy ist :-) Also, ich denke, du solltest dir jetzt gut mein Rezept anschauen und dir die Zeit nehmen, diese tollen Baguettes nachzubacken. Wer weiß, vielleicht bist du ja auch schon ein richtiger Meister und für dich ist das ganze hier ein Kinderspiel :-) Viel Spaß beim Probieren!  

Zutaten 

  • 5g frische Hefe
  • 350ml kaltes Wasser
  • 1 EL Zuckerrübensaft 
  • 500g Bio Weizenmehl Type 1050
  • 2 TL Quell- oder Meersalz

Rezept

  1. Zuerst gibst Hefe, Zuckerrübensaft und Wasser in eine große Schüssel und vermengst diese Zutaten miteinander. 
  2. Danach streust du Mehl dazu und mengst das Salz unter (da kein Kneten notwendig ist, kannst du dies ganz einfach mit einem großen Löffel machen). 
  3. Sobald aus den Zutaten ein zusammenhängender Teig entstanden ist, ziehst du eine Folie über die Schüssel oder gibst einen Deckel darauf, so dass sie gut verschlossen ist. 
  4. Dann lässt du sie für 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, danach stellst du sie für mindestens 24 Stunden kalt (im Winter bieten sich gut Balkon oder Terrasse dazu an, falls du keinen Platz im Kühlschrank hast)! 
  5. Am nächsten Tag holst du die Schüssel hervor und lässt sie, für gut 2 Stunden, bei Zimmertemperatur, stehen (so kann sich der Teig prima  akklimatisieren). 
  6. Nach der ganzen Ruhephase gibst du ihn dann auf eine bemehlte Arbeitsfläche und teilst in in zwei oder drei Teile (je nachdem, wie lang deine Baguettes werden sollen). 
  7. Diese wälzt du einmal im Mehl vorsichtig hin und her, ziehst sie dann mit deinen Fingern zu Rechtecken auseinander und rollst sie, nach und nach, straff von der langen Seite auf. 
  8. Zum Schluß "verschließt" du die Naht, drückst sie mit den Fingern zusammen und legst sie Rohlinge mit der Naht nach unten auf ein Baguetteblech oder einem, mit Backpapier ausgelegten  Backblech (so platzen die Baguettes beim Backen an den richtigen Stellen auf, nämlich dort, wo du sie später  einschneidest). 
  9. Nun heizt du den Backofen auf volles Rohr vor (bei mir sind es 250 Grad Umluft oder Ober- und Unterhitze) stellst ein mit Wasser gefülltes Gefäß auf den Ofenboden, deckst die Rohlinge mit einem feuchten Geschirrtuch ab und lässt sie das letzte Mal für 30 Minuten ruhen. 
  10. Wenn das Wasser sprudelnd kocht, schneidest du die Rohlinge, mit einer Klinge oder einem scharfen Messer, schräg ein und schiebst sie in den heißen Ofen. 
  11. Nach 10 Minuten Backzeit, verringerst du die Temperatur auf 200 Grad und lässt sie weitere 10 Minuten, schön kross backen. 
  12. Danach kannst du sie herausnehmen, kurz abkühlen lassen und dann direkt genießen. 

Guten Appetit!