Rheinländische Neujahrsbrezel

29.12.2019

Den Brauch einer Neujahrsbrezel gibt es wohl schon sehr lange und führt bis ins frühe Mittelalter und deren entstehende Klosterkultur zurück. So stand die Bezeichnung "Brezel" für das lateinische Wort "brachium", also "Arm", da die verkreuzten Enden, an ineinander geschlungene Arme, erinnerte. Die Brezel symbolisiert zum Beten verschlungene Arme und wird im Christentum als "heiliges Gebäck" bezeichnet. In seiner ursprünglichen Bedeutung soll sie vor Krankheit, Hunger und Unglück schützen und sie bedeutet Verbundenheit, Glück und Gesundheit. Die Neujahrsbrezel stammt aus dem Bergischen-, Rhein- und Saarland und wird traditionell zum Jahreswechsel gebacken. Nach altem Brauch verschenken die Jungs im Saarland Brezel und die Mädchen Kränze am Neujahrsmorgen. Danach werden sie meistens gemeinsam verzehrt. 

Ich liebe alte Bräuche und backe meine Neujahrsbrezel auch seit vielen Jahren. In diesem Rezept habe ich eine lange Teigführung und ein Kochstück verwendet. Das Ergebnis ist einfach himmlisch. Es ist nicht zu süß und kann sehr gut mit Butter oder auch anderen  Brotaufstrichen gegessen werden. Es ist ganz weich und saftig und gehört bei uns einfach zum Neujahr dazu. Und wenn auch du alte Bräuche magst, dann solltest du dir und deinen Liebsten unbedingt eine Neujahrsbrezel backen. Viel Spaß dabei ... in diesem Sinne:

"Prosit Neijohr, Bretzel wie e Scheierdohr, Kuche wie e Owwepladd, werren alle Leit vun  satt!" 

Zutaten

Für den Vorteig

  • 1g frische Hefe
  • 100ml Milch
  • 100g Weizenmehl Type 550
  • 1 EL Honig

Für das Mehlkochstück

  • 100ml Milch
  • 20g Weizenmehl Type 550

Für den Hauptteig

  • Vorteig
  • Mehlkochstück
  • 10g frische Hefe
  • 125ml Milch
  • 50g Zucker
  • 350g Weizenmehl Type 550
  • 1/2 TL Meersalz
  • 80g Butter
  • 1 Ei zum Bestreichen
  • 2 EL Mandelblättchen zum Bestreuen

Rezept

  1. Zuerst gibst du Hefe, Honig, Milch und Mehl in eine große Schüssel und rührst daraus den Vorteig an.
  2. Dann deckst du die Schüssel mit einer Folie ab und stellst sie für sechs Stunden an einen warmen Ort (im Winter eignet sich sehr gut die Heizung dazu, ansonsten der Backofen bei 50 Grad und leicht  geöffneter Tür).
  3. Nun gibst du Milch in einen kleinen Topf, rührst das Mehl hinein und erhitzt alles auf einer Herdplatte.
  4. Sobald die Masse Blasen schlägt, nimmst du sie vom Herd und füllst sie in ein Schälchen um.
  5. Dieses stellst du dann für mindestens fünf Stunden in den Kühlschrank (daraus entsteht das feste Mehlkochstück).
  6. Wenn der Vorteig sein Volumen vergrößert hat, gibst du das Mehlkochstück hinein, fügst Hefe, Milch, Zucker und Mehl dazu und verknetest alles zu einem Hauptteig (das geht am besten mit einer Küchenmaschine oder einem Handrührgerät).
  7. Dann knetest du das Salz unter und gibst die Butter dazu.
  8. Jetzt knetest du ca. 3 Minuten auf kleiner Stufe, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
  9. Diesen lässt du in der Schüssel und stellst ihn abgedeckt für 12 Stunden in den Kühlschrank (am besten über Nacht).
  10. Am nächsten Tag holst du den Teig heraus und gibst ihn auf eine bemehlte Arbeitsfläche.
  11. Dort teilst du in vier Teile auf, drei gleichgroße und ein etwas größeres.
  12. Aus dem großen Stück rollst du eine lange Rolle und schlingst daraus die Brezel, aus den kleineren rollst du jeweils lange Rollen und flechtest diese zu einem Zopf.
  13. Nun legst du die Brezel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech, legst den geflochtenen Zopf auf die Unterseite und drückst ihn dabei etwas an.
  14. Dann verquirlst du das Ei und pinselst die Brezel  damit ein, lässt sie noch 30 Minuten ruhen und heizt den Backofen auf 180 Grad Umluft vor.
  15. Bevor du die Brezel in den Ofen schiebst, streichst du sie noch einmal mit Ei ab und bestreust sie mit Mandelblättchen.
  16. Jetzt backst du die Brezel 10 Minuten, dann reduzierst du die Hitze auf 165 Grad und backst sie 20 Minuten weiter.
  17. Wenn sie schön goldgelb gebacken ist, holst du sie aus dem Backofen und lässt sie auf einem Holzbrett kurz abkühlen.
  18. Danach kannst du sie direkt genießen oder nach altem Brauch verschenken.

Guten Appetit!